Chronische Krankheiten - Darm

Über unseren Darm wird sämtliche Energie, die wir zur Aufrechterhaltung unseres Lebens brauchen, aufgenommen.
Erstaunt es deshalb, wenn der Darm mit einer Oberfläche von 300 m2 unser grösstes Organ ist?
Ist Ihnen bekannt, dass die Zahl unserer Körperzellen zehnmal kleiner ist als jene unserer Darmbakterien?
Warum sprechen wir immer nur über die Ernährung, aber so wenig über den Ofen, der die Nahrungsmittel aufschlüsselt?

Das einfachste Testmittel für die Gesundheit unseres Darmes ist die Menge von WC-Papier, die wir brauchen. Eigentlich müsste schon das erste Papier sauber sein. Wo wird im Tierreich WC-Papier oder ein Closomat benutzt?

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Pilz

Das häufige Problem der Pilzbesiedlung des Darmes entdecken wir durch einen Abstrich im Bereich der Zungenwurzel. Es ist nämlich bekannt, dass jede Pilzbesiedlung des Darmes im Mund beginnt. Allerdings muss festgehalten werden, dass eine minimale Zahl von Pilzen im Darm schulmedizinisch als normal betrachtet wird. Dies heisst aber nur, dass heute die durchschnittliche Belastung als normal definiert wird, sonst gäbe es ja fast nur Kranke. Kämen Sie auf die Idee zu sagen es sei normal, wenn Sie nur wenige Würmer hätten?

Die meisten Pilzdiäten versuchen die Pilze auszuhungern. Kein Lebenwesen lässt sich das gerne gefallen und wehrt sich dagegen. Es wird agressiv um zu überleben. Die Pilze können sich von der häufigen Kugelform zu Pilzfäden umwandeln. Diese sind mit Hilfe eiweissauflösender Enzyme (Proteasen) in der Lage, richtige Löcher in die oberste Schicht der Schleimhaut zu fressen, so in diese einzudringen und in der Tiefe zu verschwinden. Dort können sie dann von schleimhautaktiven Antimykotika nicht mehr erreicht werden. Weil es im Dünndarm häufig zu diesem invasiven Wachstum kommt, finden wir dann keine Pilze im Stuhl. Die von diesen Candidapilzen gebildeten Gifte (Candidatoxine A + B) ver- hindern, dass die Fresszellen (Makrophagen) die Pilze verdauen können. Sie können auch von anderen Abwehrmechanismen nicht mehr erreicht werden, da sie ja in den Makropha- gen versteckt sind. Die Pilze vermehren sich munter in diesen Abwehrzellen und per- vertieren diese quasi zu Ammen. Medikamente, die die Pilzproteasen hemmen könnten, sind noch in Entwicklung. Als momentan bestes Mittel gegen Proteasen hat sich der alt- bekannte Obstessig erwiesen.
Mit dem Versuch, die Pilze verhungern zu lassen erreichen wir also nur, dass sie aggressiv und zu einem gesundheitlichen Problem werden.

Pilze müssten also früh chemisch angegangen und ihre Toxine via Leber/Galle ausgeleitet werden, sonst sind sie in der Lage, den ganzen Körper zu durchdringen.

 

Fäulnis

Im Darm kann es aber auch zur Fäulnis kommen.
Normalerweise finden wir im gesunden Darm 400 verschiedene, gutartige Darmbakterien, vergleichbar einer Blumenwiese. Wenn das Verhältnis zwischen diesen Bakterienarten verschoben ist, werden einzelne Nahrungsstoffe anders abgebaut. Dabei entstehen Fäul- nisgase. Diese werden auch an Lymphe und Blut übergeben. Weil sie im Blut zirkulieren, werden sie auch von der Niere ausgeschieden.

Wir können diese Produkte dann als Farbreaktion im Urin nachweisen. So gelingt es uns, via Urinuntersuchung eine Aussage über die bakteriellen Verhältnisse im Darm zu ma- chen.

Wenn es dem Darm nicht gut geht, hat das also nicht nur Folgen für die Verdauung. Ver- stopfung, Durchfall, Blähungen und Abgang von stinkender Luft betreffen wohl den Darm und machen Ihnen Probleme.

Durch die Arbeit von Pilzen und falschen Bakterien entstehen nämlich Abbauprodukte, die eigentlich gar nicht vorgesehen sind. Diese äussern sich nicht nur in Form der früher genannten Blähungen, sondern sie werden vom Darm ja ans Blut und von diesem weiter ins Gewebe übergeben und wirken dort als Giftstoffe. So können diese Abbauprodukte den ganzen Körper krank machen. Sehr häufig ist das Auftreten von Allergien und rheuma- tischen Erkrankungen.

Stellen Sie sich nun vor, was in diesem Darm passiert. Durch das lange Herumliegen der Nahrungsmittel wird das Wachstum von Bakterien und Pilzen gefördert, die im Darm ei- gentlich nur eine Randexistenz führen oder gar nicht vorhanden sein sollten. Das ökolo- gische Gleichgewicht stimmt nicht mehr. Zusätzlich wird, und das ist ganz wichtig, auch die zarte Darmschleimhaut geschädigt.

Wenn Sie morgens üblen Mundgeruch haben, kommt das nicht etwa von einer Magen- störung, sondern daher, dass die vom Blut aufgenommenen Darmgifte über die Lunge teilweise abgeatmet werden.

Zwischen Schleimhautoberfläche und Nahrungsbrei liegt eine dichte zuckerreiche Schleim- schicht, die wie ein Sieb wirkt und dadurch die Auswahl der aufzunehmenden Moleküle mit- bestimmt. Dieser Film wird von der Darmschleimhaut, den Nahrungsbestandteilen und den Darmbakterien im Gleichgewicht gehalten.

Aus der Sicht der Abwehr kommt dem stark mit Leukozyten durchsetzten, lockeren Bindegewebe der Darmschleimhaut besondere Bedeutung für die regionale und über- regionale Grundregulation und Abwehr zu. Da alle Schleimhaut-Immunsysteme miteinan- der kommunizieren, haben Darmstörungen also auch Auswirkungen auf Atemwege und Nasennebenhöhlen. 

Unser Darm wird im wesentlichen vom Parasympathicus (Teil des vegetativen Nervensys- tems) gesteuert. Der Parasympathicus ist ein Hirnnerv und erreicht über sehr lange Fasern den Darm, aber auch vom Darm das Gehirn. Über Hypothalamus (Steuerung) und Thala- mus (Fühlen) gibt es dann Verbindungen zur Grosshirnrinde (Denken). Der Thalamus ist das grosse Integrationsgebiet, wo unser ganzes körperliches Fühlen stattfindet. Wir sagen doch oft, dass wir aus dem Bauch reagieren. Das Geschehen im Darm hat also direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Eine gesunde Darmflora ist auch in der Lage, direkt Moleküle zu produzieren, die im Körper als Bausteine für die Informationsübermittlung benötigt werden und so viel zu unserem Wohlbefinden beitragen.

Beim richtigen Abbau von Ballaststoffen im Dickdarm entstehen kurzkettige Carbonsäuren. Diese helfen den Bakterien, sich zu vermehren und diese sind in der Lage, bis zu 50% der von der Dickdarmschleimhaut verbrauchten Energie bereitzustellen. Wenn wir also die gesunde Darmflora pflegen, wird der Ernährungszustand der Dickdarmschleimhaut verbessert.

 

Parasitose

Ein heute fast vergessenes Problem stellt die Darmparasitose dar.

Von 60 möglichen Darmparasiten leben 25 ständig oder vorübergehend im menschlichen Darm. Sollte diese Tatsache für Westeuropäer wirklich nicht gelten? Die Parasitose war bereits in der Antike aufs genaueste bekannt. Es hat noch nie eine Generation gegeben, die sich der Gefahr einer Darmparasitose derart ausgesetzt hat, wie die heutige. Zu nen- nen wären:  

  1. Der extreme Tourismus, insbesondere in tropische Gebiete.
  2. Eine Haus- und Kleintierhaltung geradezu historischen Ausmasses.
  3. Moderne Essgewohnheiten: rohe Fleisch- und Fischgerichte (Carpaccio, Tartar, Me- dium-Steaks, Sashimi) und die gesundheitsbewusste Ernährung mit naturbelasse- nem Gemüse und Salaten.
  4. Umweltbedingte Belastungen sowie die Medikation mit Antibiotika und Immunsup- pressiva
  5. Massentierhaltung: Der Bestand an Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen ent- spricht fast der Zahl der lebenden Menschen. Ausserdem gibt es ja auch wildle- bende Tiere.

Der Verdacht drängt sich auf, dass der wesentliche Unterschied zu den als durchseucht geltenden Gebieten möglicherweise unsere modernen sanitären Anlagen sind, die eine Stuhlkontrolle unmöglich machen. Hinzu kommt, dass die Möglichkeit einer Darmparasi- tose gar nicht erst in Betracht gezogen wird. Stuhluntersuchungen auf Parasiten sind sehr häufig unergiebig, denn kein Parasit verspürt Lust in einer Stuhlprobe zu landen. Er bleibt lieber dort, wo er ist. Wir versuchen mit Hilfe des DLT die Gifte nachzuweisen, die dafür sor- gen, dass wir die Parasiten im Darm nicht los werden.